02.11.2010, Neue Presse
Missklänge beim Herrenhäuser Chorkonzert und Schönes von Schumann
HANNOVER: Ziemliche Missklänge beim 2. Herrenhäuser Chorkonzert: Da waren die städtischen Veranstalter mit dem Vorverkauf für zwei Termine nicht zufrieden, außerdem wurden die Konzerte aus organisatorischen Gründen kurzfristig vom Galeriegebäude in die schlichtere Orangerie verlegt, was wiederum einigen Chören sauer aufstieß. Das Ende vom Lied: Von vier vorgesehenen Konzerten fand nur das letzte statt. Das wenigstens verlief harmonisch. Die Stadt jedenfalls will am kleinen Chorfestival festhalten. Eine “unglückliche Geschichte”, hieß es aus dem Kulturdezernat. Man bleibe auf jeden Fall mit dem Niedersächsischen Chorverband in Kontakt und halte die Orangerie ebenfalls für einen angemessenen Konzertraum, Akustik wie Atmosphäre seinen gut. Die Einbindung von Hannovers Chören in die Kunstfestspiele Herrenhausen sei jedenfalls nicht in Frage gestellt. Das wäre auch schade, wenn man das stattgefundene Konzert vor Ohren hat. Der Mädchenchor unter Gudrun Schröfel zeigte einmal mehr seine Klasse - insbesondere bei der Auswahl an Romanzen von Robert Schumann. Danach präsentierte der Spiritualchor Mühlenberg die Gospelmesse “Body and Soul”. Der Chor ist auffallend gut zusammengesetzt, die Stimmen passen zueinander. Schließlich zeigte das rein weibliche Ensemble CantAria” ein angenehm kurioses Programm - unter anderem mit einem Arrangement des Wise-Guys-Heulers “Tekkno” (mit der legendären Textzeile “Who the fuck is Entchen?”), und zum Abschluss gabs die Titelmusik des Ost-Sandmännchens - was kann man sich Schöneres wünschen?
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